Kleingartenverein Herthasee e.V.

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Verfasst am 16.02.2026 um 09:40 Uhr

Klimaschutz bleibt größter Gartentrend  

Die Gartentrends für das Jahr 2026 sind nicht neu. Jedoch rücken nachhaltiges Gärtnern, Klimaschutz und Biodiversität noch mehr in den Blick als bislang.


Klimaresiliente und alte Sorten

Durch den Klimawandel kommen extreme Wetterlagen deutlich häufiger vor. Hitze, Trockenheit, Starkregen, Stürme und Spätfrost machen dabei auch dem Garten zu schaffen. Die bewusste Auswahl von robusteren Pflanzen, sowohl bei den Gehölzen und Zierpflanzen als auch im Gemüsebeet, wird für viele Kleingärtner immer wichtiger. Viele Verbände, Vereine und Institutionen beschäftigen sich intensiv mit diesem Thema. Die meisten Experten empfehlen dabei vor allem regionale und alte Sorten, da diese besser an die lokalen Bedingungen angepasst und klimaresilienter sind. Tipps liefert etwa der Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V., der in der Serie Klimagarten 2.0 viel Wissen für umweltgerechtes Gärtnern zusammengetragen hat und zudem die informative Webseite www.klimagaerten.de betreibt.


Der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen (VERN e. V.) hat zudem gemeinsam mit dem SaatGut-Erhalter-Netzwerk Ost und weiteren Partnern das Projekt „Resilienz durch Vielfalt: Klimawandelanpassung im On-farm-Gemüsenetzwerk“ gestartet. In diesem und im kommenden Jahr sollen dafür praxisnahe Sortenversuche on-farm auf und mit den Netzwerkbetrieben durchgeführt werden, wie es auf der Webseite von VERN e. V. heißt. Dabei werden alte oder kaum genutzte Sorten auf ihre Trockenheits- und Hitzetoleranz sowie ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber neuen biotischen Stressfaktoren untersucht.


Wild und insektenfreundlich

Mit dem Fokus auf Klimaresilienz geht auch das Thema Biodiversität einher. Der Garten darf ruhig etwas wild und naturnah aussehen. Auch bei den Erholungs- und Privatgärten geht der Trend daher weiterhin in Richtung der sogenannten Cottage-Gärten. Der aus Großbritannien des 18. Jahrhunderts kommende Gartenstil war ursprünglich ein Bauerngarten zur Selbstversorgung – damals natürlich auch mit Tierhaltung, deren Dung als Dünger im Garten genutzt wurde. Im Cottage-Garten standen selbstverständlich Obstbäume und -gehölze, Gemüsebeete wurden angelegt, duftende Kräuter dienten der Schädlingsabwehr, blühende Zierstauden und Rosen sorgten für eine gemütliche Atmosphäre. Für den Cottage-Garten wird bis heute ebenso auf robuste Sorten zurückgegriffen. Durch die recht dichte Bepflanzung gibt es weniger Unkraut und sie zieht Insekten an.


Wem das zu viel des Guten ist, kann in seinem Garten auch einfach ein „wilde Ecke“ stehen lassen. Hierzu raten auch längst viele Experten und Fachseiten, etwa die Plattform „Kleingärten für Biologische Vielfalt“, ein Verbundprojekt des Bundesverbandes der Kleingartenvereine Deutschlands (BKD) und des Deutschen Schreberjugend Bundesverbands (DSJ). Denn umso weniger gemäht und bearbeitet wird, desto vielfältigere Pflanzen wachsen, die wiederum zahlreichen Insekten und Tieren einen Lebensraum bieten. 


Cleveres Wassermanagement

Der Klimawandel mit all seinen Folgen bringt Herausforderungen mit sich, auch für das wohl wichtigste Thema im Garten: das Wassermanagement. Die Sommermonate werden zunehmend trockener und heißer. Der Garten kann jedoch nicht auf Wasser verzichten. Es gibt auch hier zahlreiche Tipps auf Fachseiten und Webseiten der Kleingartenverbände sowie -vereine. So stellt auch der Kreisverband Potsdam der Garten- und Siedlerfreunde e. V. auf seiner Seite ein PDF mit wertvollen Tipps bereit, die die Kleingärtnerin Lisa Alf erarbeitet hat. 

Ebenso hat der Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V. im Rahmen der bereits erwähnten Serie Klimagarten 2.0 hilfreiche Grundlagen zu diesem Thema zusammengestellt.  


Die meisten Tipps drehen sich dabei rund ums Einsparen beim Verbrauch. So wird natürlich empfohlen, Regenwasser zu speichern und im Garten zu verwenden. Statt täglich ein bisschen, sollte man immer Sommer lieber bei Bedarf, dann aber auch ruhig kräftiger gießen. Dabei nie die Pflanze von oben begießen, sondern natürlich an der Basis. Empfohlen werden die Morgenstunden, wenn es noch nicht so heiß und sonnig ist. Der Boden sollte immer schön locker gehalten werden. Und die Beete am besten mulchen, um die Verdunstung zu minimieren.