Von unvergleichlichem Wohlgeschmack: Der Rumtopf
Es werden nicht einfach nur Früchte in Alkohol und Zucker konserviert. Die Düfte der verschiedenen Früchte klingen zusammen. Mit jeder Jahreszeit steigern sich Aroma und Vorfreude. Manchmal wird es noch als schwierig angesehen, einen Rumtopf anzusetzen. Bei Beachtung einiger einfacher Regeln gelingt er jedoch. Wir benötigen: ein Gefäß aus Steingut, Porzellan oder Glas, Inhalt mindestens 3 Liter einen gleichmäßig kühlen Ort zur Lagerung Alkohol von mindestens 54%, es muss nicht unbedingt Rum sein, Hauptsache ist, die    Prozente stimmen. Menge: immer soviel aufgießen, dass die Früchte 1-2cm bedeckt sind.   Zucker: pro Pfund Früchte 250 Gramm. Mögliche Früchte: Erdbeeren, Kirschen (mit Stein!), Pfirsiche blanchiert und abgezogen,    Aprikosen (ohne Stein, halbieren oder vierteln), Pflaumen halbiert, Weintrauben,    Birnenstücke geschält. Auch Ananasstücke und Kiwi sind erlaubt. Nicht geeignet: Äpfel, schwarze Johannisbeeren, Rharbarber, Blaubeeren aus dem    Wald, Heidelbeeren, und Brombeeren. Ein zu kühler und regenreicher Sommer kann auch    bei peinlichster Sorgfalt die Früchte verderben lassen. Dann muss man vielleicht auf den Rumtopf verzichten.  So gehts: Das Gefäß und alle Gerätschaften müssen peinlich sauber sein. Sonst besteht die Gefahr, daß der Inhalt in Gärung übegeht, erkennbar an aufsteigenden Blasen. Auch wenn der Topf zu warm steht oder der Alkohol zu schwach ist, kann das passieren. Die Rettung kann dann ein Glas 90%iger Alkohol aus der Apotheke sein, das in den Topf gegossen wird. Dann wieder verschließen und kühl stellen. Den Anfang machen eigentlich immer die Erdbeeren. Für alle Früchte gilt: sie müssen voll reif, aromatisch und einwandfrei, also handverlesen sein. Die Erdbeeren werden entstielt, gewaschen, gut abgetropft und kommen zunächst in eine Schüssel. Auf einen Teil Erdbeeren kommt 1/2 Teil Zucker dazu. Zugedeckt 1 gute Stunde stehen lassen. Dann wird in den Topf umgefüllt und mit sovie Rum aufgegossen, daß die Flüssigkeit etwa 2cm über den Früchten steht. Jetzt mit Folie oder Pergamentpapier gut verschließen und das Ganze an einen kühlen dunklen Ort stellen. Der Topf hat nun mindestens 2 Wochen Ruhe, bevor Früchte hinzukommen. Zwischendurch mal nachschauen und nach Bedarf mit Rum auffüllen, denn die Früchte müssen immer bedeckt sein. Mit einem sauberen Löffel umrühren, damit sich der am Boden abgesetzte Zucker löst. Sollten die Früchte schwimmen, wird ein Teller (Unterseite nach oben) aufgelegt. Immer gilt: halb soviel Zucker wie Früchte dazugeben, Rum soviel nachgießen, dass die Früchte 2cm bedeckt sind, mit sauberem Löffel umrühren. Topf immer gut verschließen. Wenn nötig, Folie erneueren. Nach den letzten Früchten eine halbe Flasche Rum aufgießen und mindestens 4 Wochen ziehen lassen. Traditionell am Nikolaustag ist es soweit: es darf probiert werden! (Wenn er nicht schon vorher alle ist ;-) Der Schöpflöffel sollte ein richtiger Bowlenlöffel sein. Die Früchte passen zu Tee, Eis, Pudding, Sandkuchen oder Wild. Mit Sekt aufgegossen, entsteht ein herrlicher, spritziger Cocktail. Nach jeder Probe gut verschlossen, hält sich der Rumtopf viele Wochen. Genieße den Augenblick!
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Rumtopf:
Es ist ein Brauch von Alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör.       Doch wer zufrieden und vergnügt, sieht zu, daß er auch welchen kriegt.   Wilhelm Busch  (1832 - 1908), in »Die fromme Helene«
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