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Eisheilige
Mai kühl und nass, füllt Scheun’ und Fass  Bauernregel
Die Eisheiligen Mit "Die Eisheiligen" werden die Tage vom 11. bis 13. Mai in Norddeutschland (Mamertus, Pankratius, Servatius) und in Süddeutschland die Tage vom 12. bis 14. Mai (Pankratius, Servatius, Bonifatius) bezeichnet. Hintergrund sind die zu dieser Zeit auftretenden letzten Kaltluftvorstösse mit entsprechenden Nachtfrösten. Zu diesen gefürchteten Spätfrösten zählt auch die sogenannte kalte Sophie, die auf den 15. Mai festgesetzt wurde. In der Praxis existieren diese festen Bindungen an bestimmte Tage im Mai nicht. Allerdings war dieser späte Kälteeinbruch schon im Mittelalter bekannt. Das war noch vor der gregorianischen Kalenderreform, damit sollten die Eisheiligen erst ab dem 20. Mai kommen. Bisweilen treten sie wirklich später auf, manchmal viel früher und (selten) gar nicht. 11. Mai: Mamertus. “Der heilige Mamerz hat von Eis ein Herz. Mamerz, Pankraz, Servazi, das sind drei Lumpazi.” Name: nach dem (römischen) Kriegsgott Mars (latein.)  geboren: um 400 in Vienne gestorben: um 475 daselbst Mamertus wurde 461 Bischof von Vienne. Um 464 zerstritt er sich mit Papst Hilarius über eine 450 erfolgte Neueinteilung der Diözesen in Südfrankreich. Mamertus setzte selbst einen neuen Bischof in St. Dié ein und wurde dafür vom Papst scharf getadelt. Nach zahlreichen Feuern und Erdbeben und großen Zerstörungen in seiner Heimatstadt Vienne führte Mamertus 470 die "Drei Bittgänge" vor dem Fest Christi Himmelfahrt ein, Prozessionen zur Abwendung von Gefahren und zur Erflehung göttlicher Hilfe. Die hierfür erstellten Litaneien und Bittgebete verbreiteten sich in ganz Gallien und Spanien.  Patron der Ammen, Hirten und der Feuerwehr; gegen Krankheiten der Brüste, Fieber und Dürre. 12. Mai: Pankratius. “Pankratius und Servatius bringen Kält`oft und auch Verdruß.” Name: der alle Besiegende (griech.) Märtyrer, Eisheiliger geboren: um 290 in Phrygien (heutige Türkei) gestorben: um 304 in Rom Die Legende erzählt, dass der verwaiste Sohn eines reichen Römers 303 mit seinem Onkel Dionys nach Rom reiste. Mit seinem ererbten Vermögen half er dort den verfolgten Christen, besonders den um ihres Glaubens willen Gefangenen. Nach dem Tod des Onkels wurde Pankratius von einem der Verfolgungsbefehle Kaiser Diokletians erfasst und vor den Kaiser gebracht. Der Vierzehnjährige ließ sich trotz aller Verlockungen nicht vom Glauben abbringen, deshalb wurde er öffentlich enthauptet, sein Leichnam Hunden zum Fraß vorgeworfen. Eine Christin barg ihn unter Lebensgefahr und setzte ihn in den Katakomben an der Via Aurelia bei. Über seinem Grab errichtete Papst Symmachus im Jahr 500 eine Kirche, an deren Stelle die heutige Kirche S. Pancrazio fuori le mura steht. Kaiser Arnulf von Kärnten schrieb seine Eroberung von Rom am 12. Mai 896 der Fürbitte zu Pankratius zu, worauf die Verehrung des Heiligen v.a. in Mitteleuropa aufblühte. Patron der Erstkommunikanten und Kinder, der jungen Saat und Blüte; gegen Meineid, falsches Zeugnis, Krämpfe und Kopfschmerzen. 13. Mai: Servatius. “Servatius` Hund der Ostwind ist, hat schon manch Blümlein totgeküßt.   Servaz und die kalte Sophie müssen vorüber sein, will der Bauer vor Nachtfrost sicher sein.   Pankrazi, Servazi, Bonifazi, sind drei frostige Bazi, und am Schluß fehlt nie die kalte Sophie.   War vor Servatius kein warmes Wetter, wird es nun von Tag zu Tag netter.” Name: der Gerettete (latein.) Bischof von Tongern, Märtyrer (?), Eisheiliger geboren: in Armenien (?) gestorben: 13. Mai 384 (?) in Maastricht Servatius war nach der Legende der Sohn jüdischer Eltern aus Armenien. Sicher ist, dass er um 340 Bischof von Tongern wurde. Legenden erzählen, er sei mit einem Holzschuh erschlagen worden; andere berichten, dass Servatius, seinen Tod vorausfühlend, nach Maastricht ging, da er dort begraben werden wollte. Tatsächlich ist sein Grab in Maastricht. Nach dem Vandaleneinfall von 406, den Servatius prohezeit habe, nahm sein Kult in ganz Westeuropa großen Aufschwung, sein Grab war eine der bedeutendsten Wallfahrtsorte des Mittelalters; für 1496 sind über 100.000 Pilger als Teilnehmer am Servatius-Fest bezeugt. Die Servatius-Kirche von Maastricht ist die älteste Kirche der Niederlande und dort die einzige über dem Grab eines Heiligen. Seit 1829 findet die Wallfahrt wieder im Sieben-Jahres-Rhythmus statt, zuletzt 1997; dabei werden sein Brustkreuz, seine Abendmahlsgefäße und der Goldschrein mit seinen Gebeinen in der Prozession mitgeführt. Patron von Maastricht. Goslar, Limburg/Lahn, Quedlinburg; der Lahmen; der Schlosser und Tischler; gegen Fußleiden, Rheumatismus, Fieber, Todesfurcht, Frostschäden, Mäuse- und Rattenplagen, das Lahmen von Tieren.  14. Mai: Bonifatius. “Vor Bonifaz kein Sommer.” Name: der Wohltäter (latein.) Märtyrer, Eisheiliger geboren: in Rom (?), gestorben: um 306 in Tarsus in Kilikien (?) Der legendäre junge Römer Bonifatius war nicht Christ, wurde aber von einer reichen Römerin beauftragt, in Tarsus Reliquien christlicher Märtyrer zu finden und nach Rom zu bringen. Als er dort die Folterungen und Tötungen in der Christenverfolgung unter Kaiser Galerius miterlebte, ließ er sich taufen und bekannte sich zum Christentum, worauf er selbst durch siedenes Pech sterben musste. Seine Begleiter brachten Bonifatius' Gebeine nach Rom, wo sie an der Via Latina beigesetzt wurden. 15. Mai: Sophie. “Nach der Sophie kein Frost.” Name: die Weisheit (griech.) Märtyrerin geboren: in Rom, gestorben: um 304 in Rom Sophia erlitt als junge Frau den Martertod, wahrscheinlich in der Christenverfolgung unter Diokletian. Teile der Reliquien von Sophia liegen in Straßburg. Patronin gegen Spätfröste; für Wachsen der Feldfrüchte.
Mamertus Pankratius Servatius Sophie
Schafskälte: Die sogenannte Schafskälte um den 11. Juni herum hat eine sehr hohe Wahrscheinlickeit, regelmäßig einzutreten. Durch eine kühle und feuchte Nordwestströmung können die Temperaturen wieder deutlich unter 10 Grad fallen, nachdem es Ende Mai schon deutlich wärmer geworden war.